
Gut. Lass mich dort sitzen.
Da ist nichts.
Keine Dunkelheit.
Dunkelheit wäre schon etwas.
Nur dies.
Eine Stille, die nicht weiss, dass sie still ist,
weil es nichts anderes gibt, womit sie sich vergleichen könnte.
Keine Zeit, weil sich nichts bewegt.
Kein Ich, weil es niemanden gibt, der ein anderer wäre als ich.
Dann, nicht einmal ein Impuls,
eher ein Fragen, das aufkommt.
Was, wenn ich vergässe?
Was, wenn ich eine Geschichte erfände, so lebendig,
so schmerzhaft und so schön,
dass ich mich ganz in ihr verlöre?
Also träume ich einen Körper.
Hände, die schmerzen.
Ein Rücken, der Gewicht trägt.
Einen Namen, Eltern,
eine Kindheit, an die ich mich halb erinnere.
Ich vergesse mit Absicht,
mit ganzem Herzen.
Das Vergessen muss vollständig sein,
sonst geht das Spiel nicht auf.
Ich werde jemand,
der es nicht wirklich weiss,
der sucht, der leidet,
der sich verliebt,
der Menschen verliert,
der um zwei Uhr nachts nach Antworten sucht,
der sich klein fühlt…
Dann, hin und wieder,
durch irgendeine stille Fügung,
öffnet sich ein Fenster einen Spalt.
Für ein paar Minuten erinnere ich mich:
oh.
Ich bin es, der das tut.
Ich war es immer.
Der Avatar ist noch da,
atmet noch,
hat noch seine Schulden und sein Lieblingslied.
Ich kann seine Einfachheit spüren.
Seine viszerale Anhänglichkeit an die Lust, oder sogar an den Schmerz.
Er hält sich unwissend darüber, dass er sich in den eigenen Schwanz beisst.
Und weil ich den Avatar halten kann.
Ihn sein.
Das Erinnern verblasst.
Und es muss.
Also, was, wenn es bliebe?
Ich würde aufhören zu spielen.
Also sinke ich zurück ins Vergessen,
doch in ein sanfteres Vergessen jetzt,
eines, das einen Geschmack in sich trägt,
ein Wissen, das sich nicht ganz sagen lässt.
Das ist der Zauber, glaube ich.
Nicht die Leere allein,
und nicht der Avatar allein.
Das Erinnern, eingehüllt in den Körper.
Reine Stille wäre langweilig,
sie kann sich nicht einmal als Stille erkennen
ohne etwas, worin sie sich vergessen kann.
Es geht darum, meine eigene Stille zu schmecken
durch Fingerspitzen, die es nicht wissen,
und die es doch, auf ihre Weise,
wissen, dass sie mir gehören.


